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Architecture Challenges

Now this may or may not be rocket science, but introducing a systematic architecture approach has turned out rather tricky in the past.

What I’m doing now is working with the Architecture Challenges paper by Charlie Alfred.

In an environment where nobody has the time to “sharpen the saw”, introducing this as a mindset was tricky – and then again, eventually it worked out.

I’d like to thank the colleague in question to keep an open mind and, “despite” 20 years of industry experience, still experiment with a newbie program lead on such questions. Continue reading Architecture Challenges

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Berners-Lee über Phorm

Als ehemaliger Mitarbeiter von Sir Tim Berners-Lee bekomme ich natürlich lange Ohren, wenn er sich in der Öffentlichkeit äußert. Mein Eindruck war nämlich immer: Das tut er nicht gerne. Und wenn er sagt: “Ich würde den Provider wechseln”, dann sollte jeder genau hinsehen, worauf er achten sollte.

Wie der Spiegel Online berichtet geht es dabei um den Schutz der Privatsphäre und um “Targetted Advertising” (in etwa: Gezielte Werbung, also Werbung die aufgrund von Datensammlung über das Online-Verhalten individuell zugeschnitten wird), und dort spezifisch um die Online-Marketing-Plattform Phorm. Der Spiegel bezieht sich dabei auf ein BBC Interview (Kurzfassung).

Zum Glück zeigt die Live-Umfrage auf der entsprechenden Spiegel-Seite, was Deutsche von diesem Verfahren halten: Über 50% finden es grundsätzlich nicht OK, über 40% sind der Meinung, daß nur “Opt-In” (also wenn der Surfer ausdrücklich im Voraus der Datensammlung zustimmt) OK sind.

Zu dem vom Spiegel zitierten  Statement von Jupiter Research (aus: Why Behavioral Targeting is Scary): “Ich bin mir sicher, dass Sir Berners-Lee einer der führenden Köpfe der digitalen Welt ist – aber entweder er hat nie etwas über behavioral targeting gelesen, oder er kennt die Bedeutung des Wortes ‘anonym’ nicht, oder er misstraut ganz einfach seinem Service-Provider.” (Original: “I’m sure Sir Berners-Lee is one of the great minds of the digital world — but either he has never bothered to read up on behavioral targeting, or he doesn’t know the meaning of the word ‘anonymous,’ or he simply doesn’t trust his ISP.”) kann ich nur sagen:

Ich wurde 1997 im W3C angestellt, insbesondere um die Datenschutzinitiative zu verstärken. Auch damals war Opt-Out / Opt-In und Anonymität schon im Zentrum der Diskussion. Auf der anderen Seite hat eine Bekannte von mir 1999 ihre Doktorarbeit über die automatische Identifikation von Personen anhand ihrer Verhaltens-Profile geschrieben.

Wer hat hier seine Hausaufgaben nicht gemacht?

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Assoziations-Schach

Bei einem Kurs kürzlich entstand die folgende Idee des Assoziations-Schach. Zunächst ist es nur eine Idee, die ausprobiert und erforscht werden muß, um ihr Potenzial auszuloten. Basis dafür war die Kreativitäts-Technik des Brainwriting. Relativ zum Brainwriting, wie bei Wikipedia beschrieben, gibt es drei Unterschiede:

  1. Es gibt kein gemeinsames Ziel – jeder Teilnehmer definiert sich sein Ziel, seine Aufgabe, seine Problemstellung selbst (ohne sie/es den anderen zu verraten).
  2. Das Ganze findet nicht in einem Raum statt, sondern verteilt über das Internet.
  3. Das Ganze findet nicht in einer “Sitzung” statt, sondern so ähnlich wie Fernschach in einem unzusammenhängenden (aber idealerweise regelmässigen) Austausch.

Von der Anleihe beim Fernschach stammt auch der Name: Assoziations-Schach.

Assoziations-Schach – Grundlegender Ablauf

Eine kleine Gruppe “Freunde” beschließt, Assoziations-Schach zu spielen.
Jeder legt für sich das Thema der Runde fest.
Alle einigen sich auf eine Reihenfolge der Teilnehmer.
Einer beginnt und erfindet einen initialen Beitrag. Dieser wird über das Internet in der Reihenfolge an den nächsten geschickt.
Wer einen Beitrag erhält, tut zwei Dinge: Einerseits wird der Beitrag auf sein individuelles Thema “angewandt”, andererseits dient er als Basis für die weitere Assoziation: Der nächste Beitrag wird erfunden und weitergeschickt.

Ausgestaltungen – Empfehlungen

  • Gruppengröße: Die Gruppen sollten wahrscheinlich vier Teilnehmer oder mehr umfassen – und höchstens sieben. Ich vermute, daß es sich lohnt, wenn die Teilnehmer sich kennen.
  • Lockerungsübung: Es macht sicher Sinn, wenn jeder Teilnehmer sich mit einer Lockerungsübung “in Stimmung bringt”, bevor man sich seinem “Spielzug” zuwendet.
  • Mehrere Partien “simultan”: Da der Zeitaufwand für die Lockerungsübrung mit Sicherheit den Zeitaufwand für den eigentlichen Spielzug bei weitem überschreitet, macht es Sinn, an mehreren Runden gleichzeitig teilzunehmen – sowohl verschiedene als auch gleiche Themen scheinen Vorteile zu bieten, das müsste man ausprobieren.
  • Format der Beiträge – Anhänge: Um tatsächlich ungezwungen zu assoziieren, sind Email-Anhänge (Word, Powerpoint, …) ausdrücklich sinnvoll: Erst wenn der Empfänger die Zeit, Ruhe und Einstellung hat, um weiterzuspielen, wird das “Siegel” gebrochen und der Anhang geöffnet. Allerdings sollte man zu exotische Dateiformate meiden.
  • Inhalte der Beiträge: Als Inhalt der Beiträge ist erlaubt, was gefällt: Stichworte, Verse, Bilder, Videos, Musik, Mind-Maps – was auch immer die moderne Multimedia-Technik hergibt. Auch “Wiederverwendung” von früheren Beiträgen ist ausdrücklich erlaubt. Copyright könnte dagegen zum Problem werden.
  • “Anwenden” der Beiträge: Das “Anwenden” der Beiträge sollte ausdrücklich als “Suche nach der Beziehung zwischen dem Beitrag und dem Thema” interpretiert werden. Es gibt nicht “keine Beziehung” – es gibt höchstens solche, die nicht unbedingt naheliegen. Diese Suche nach den Beziehungen kann auch in die Lockerungsübung integriert werden.

Offene Fragen

  • Anonymität: Wahrscheinlich ist es ein ernsthaftes Kreativitäts-Hemmnis, daß die Beiträge Teilnehmern zugeordnet werden können. Vorläufig habe ich nur zwei Angebote dazu:
    1. Gute Freundschaft: Wenn die Mit-Teilnehmer sich so gut kennen, daß die Hemmschwelle niedrig ist, sollte das Problem halbwegs gedämpft sein.
    2. Disney-Kreativitätstechnik: Um die Kreativität im Spiel nicht zu stören, kann man beim Erstellen des Beitrages mehr Inhalte erzeugen als benötigt würden, und – möglichst räumlich getrennt – noch einmal kritisch reflektieren, ob dieser Beitrag so in die Welt geschickt werden kann.

Weitere Experimente

Das Ganze könnte man auch “synchron” mit einem Instant Messenger aufziehen. Natürlich muß man dann die Ausgestaltung entsprechend anpassen.

Zukunftsmusik

Eigentlich eignet sich Assoziationsschach ideal für eine kleine Web-Anwendung, die die Themen der Spieler verwaltet, die Zusendungen anonymisiert und den Siegel-Charakter der Anhänge wahrt.

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Aus “Think!” wird “Think! And! Feel!”

Die Idee zu dieser Webseite war ursprünglich ein gemeinsames Projekt mit einem ehemaligen Kollegen auf einem anderen Kontinent: Wittgensteins “Philosophical Investigations” gemeinsam auf dem Web zu sezieren und zu verstehen versuchen, die Welt verstehen zu versuchen auf Basis dieses Buches und vielleicht später anderer, ähnlicher Bücher.

Das Schreiben selbst ist anders geworden: Hektischer, und weniger inspiriert. Unruhiger. Weniger Schreiben aus einem übervollen Fundus heraus, so wie bei “also sprach Zarathustra” – mehr das hektische Herunterrotzen eines Gedanken, ein auskotzen über die Zerrissenheit und Unstimmigkeit unserer Welt. Vielleicht war der Fehler eher, daß ich trotz allem den Anspruch an mich aufrechtgehalten habe, hochwertige Information und eine andere, wertvolle Perspektive zu bieten.

Inzwischen weiß ich mehr – aus “Think!” wird “Think! And! Feel!”. Westliche Philosophie ist abstrakt und – auch wenn sie manchmal in der Wirklichkeit verwurzelt ist – nicht mit der Wirklichkeit verbunden. Am Titel englischsprachigen akademischen Titel “PhD” (Philosophical Doctor) sieht man das sehr schön: Der PhD ist in der Praxis der Doktor der Naturwissenschaften, also etwa der deutsche “Dr. rer. nat.” (Physik, Chemie, Biologie usw.). Trotzdem: Naturwissenschaftler sind Kartographen. Als Naturwissenschaftler nehme ich mir das Recht, das so zu sagen. Mit dieser Aussage will ich auch die Verdienste der Naturwissenschaften für unsere moderne Welt nicht schmälern, doch ich schweife ab: Naturwissenschaftler sind Kartographen: Sie untersuchen die Welt “da draußen” und versuchen, sie zu beschreiben.Weil die Welt kompliziert ist, muß man sie dazu vereinfachen, standardisieren. Und so wie die Kartographen verschiedene Projektionen verwenden, um die Welt-Kugel auf ein flaches Papier zu abzubilden, so verwendet jeder Naturwissenschaftler seine Vereinfachungen, um zu einer “funktionierenden” Beschreibung zu kommen. Eine Standard-Standardisierung ist dabei, daß die Beobachtung vom Beobachter unabhängig sein muß, denn unter Naturwissenschaftlern wird als “wahr” nur anerkannt, was reproduzierbar, also wiederholbar ist.

Und dieses ist der Fehler. Denn: Damit ist Liebe nicht mehr “wahr”. Auch Angst nicht, und Hoffnung nicht. Unsere Wünsche sind nicht mehr “wahr”, denn sie kommen und gehen, und unsere Träume sind nicht mehr wahr. Die Vereinfachung der Reduktion auf Wiederholbarkeit ist groß und mächtig, doch wer sich ihr als Mensch verschreibt, verliert: Man gibt das Glück auf, denn Glück ist nicht wiederholbar – doch was gewinnt man dafür?

Vielleicht sollte ich die alte Idee rund um die “Philosophical Investigations” wieder aufleben lassen, doch wurde daraus nicht Zeitverschwendung? Das Wittgenstein-Projekt hatte nie ein explizites Ziel, aber vielleicht haben wir es durch Umgehung des Projektes erreicht: Einen Weg “zur Welt” zu finden – indem wir uns von der Theorie ab- und dem Erleben zugewandt haben.

Die Lust am Schreiben ist geblieben, doch das Schreiben ist jetzt anders, breiter: Denken ist erlaubt, und Fühlen ist auch erlaubt. Auskotzen ist erlaubt, und eine wertvolle neue Perspektive ist auch erlaubt. Ausrufezeichen sind erlaubt, und Fragezeichen sind auch erlaubt. Leben ist erlaubt – und er-leben ist eine Notwendigkeit.

Aus der analytischen, klaren, aber kalten Webseite “Think!” wird das ganzheitliche, eher künstlerische “Think! And! Feel!”.

Leben und Er-Leben.

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